Folge 71: Wann ist ein Mann ein Mann? – Alte Rollenbilder, neue Erwartungen und die Krise der Männlichkeit

Shownotes

Wann ist ein Mann eigentlich männlich? Wenn er stark ist, Verantwortung übernimmt und weiß, was er will? Wenn er Gefühle zeigt, verletzlich sein kann und seiner Partnerin auf Augenhöhe begegnet? Oder soll er am besten alles gleichzeitig sein?

In dieser Folge von „TANTRA TO GO“ spreche ich erneut mit Hugo – sein Name wurde geändert – über moderne Männlichkeit und die widersprüchlichen Erwartungen, mit denen viele Männer heute konfrontiert sind. Im Alltag sollen sie einfühlsam, gleichberechtigt und emotional zugänglich sein, während im Bett häufig Selbstbewusstsein, Führung und Dominanz von ihnen erwartet werden. Doch wie findet ein Mann seinen eigenen Weg zwischen diesen unterschiedlichen Ansprüchen?

Wir sprechen über die Scham, gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit nicht zu entsprechen – selbst dann, wenn man dieses Männerbild eigentlich gar nicht leben möchte. Über die Angst, als zu weich, zu unsicher oder nicht männlich genug wahrgenommen zu werden. Und über die Frage, wie eine neue Männlichkeit aussehen kann, die weder auf Härte noch auf starren Rollen beruht.

Aus tantrischer Sicht bedeutet Polarität nicht, dass Männer dominant und Frauen hingebungsvoll sein müssen. Vielmehr dürfen wir unterschiedliche Energien bewusst erfahren, mit ihnen spielen und frei entscheiden, was sich in einer bestimmten Situation stimmig anfühlt. Wahre Intimität entsteht dort, wo niemand eine Rolle spielen muss – und Mannsein nicht länger bedeutet, einem fremden Drehbuch zu folgen.

ZEIT FÜR LIEBE - Christine Janson ist Buchautorin und Intimitätscoach. Sie begleitet Frauen und Paare dabei, Lust, Nähe und emotionale Tiefe wirklich zu leben. Wenn du tiefer gehen möchtest, findest du alle Infos zu ihren Coachings und Kursen unter www.christinejanson.de

Transkript anzeigen

00:00:02: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:04: Ich bin Christine Jansson, ich bin Tantralärerin Buchautorin und ich begrüße dich zu meinem Podcast Tantra to Go!

00:00:13: Und ich begrüsse natürlich auch meinen heutigen Studio-Gast Hugo.

00:00:19: Toll dass du wieder dabei bist Hugo und wir reden über ein ganz interessantes Thema heute und zwar das Thema Rollenbilder, vor allen Dingen männliche Rollenbildern.

00:00:31: Was macht einen Mann zum Mann?

00:00:33: Welche Erwartungen haben Frauen an Männer?

00:00:37: und ja ... wie sollen Männer eigentlich überhaupt sein?

00:00:43: Wir haben eben schon ein bisschen darüber geredet, dass gesagtes ist im Thema das im Moment heiß diskutiert wird.

00:00:50: Kennst du das aus deinem Freundeskreis?

00:00:52: Ja, ich meine dadurch jetzt auch eine ... Kunst- und Kultur-Szene tätig bin.

00:00:57: Ja?

00:00:58: Und auch so ein bisschen der linken Gesellschaftsmilieu, oder politische Milieu ja auch viele Freundschaften abgeschlossen habe.

00:01:11: Es ist ja ein sehr eigegenwärtiges Thema zurzeit.

00:01:16: Das merkt man generell auch in der Politik, auch in die Wirtschaft.

00:01:23: Ja, jetzt gibt's noch keine klare Antwort drauf.

00:01:27: Die hab ich auch nicht.

00:01:28: Aber deswegen

00:01:29: bin wir hier.

00:01:30: Genau!

00:01:30: Also ich erlebe es immer wieder wenn ich mich mit Männern unterhalte dass irgendwo so eine kleine Verzweiflung teilweise auch herrscht das Männer das Gefühl haben sie wissen gar nicht mehr wie sie es Frauen recht machen können weil einerseits erwarten Frauen von Männern Genau, sich den Haushalt teilen.

00:01:54: Kinder teilen das ist ja auch wunderbar aber andererseits sollen sie nicht immer nur auf einer gleichen Ebene sein sondern ab und zu in anderen Rollen.

00:02:05: zum Beispiel Thema Geld.

00:02:07: Frauen wünschen sich es auch wenn Sie eigentlich Gleichberechtigung möchten oft immer noch dass Männer z.B.

00:02:14: zahlen wenn sie ins Restaurant gehen.

00:02:16: vor allen Dingen Thema erstes Date wer zahlt?

00:02:20: Ganz viele Frauen, die ich kenne erwarten das von Männern.

00:02:22: Dass der Mann zahlt

00:02:24: ja?

00:02:25: Vielleicht manche nicht aber die meisten, die Ich Kenne sehen das als Wertschätzung.

00:02:29: Das heißt sogar moderne Frauen fallen oft nochmal in etwas Acharisches irgendwo auch zurück.

00:02:37: und das Thema Sexualität da sind viele Männer dann sowieso lost.

00:02:41: teilweise.

00:02:42: Ja Wir leben einer Zeit, in der man aufpassen muss, dass man keine Grenzüberschreitung macht.

00:02:50: Aber ... wenn man sich kennt bei jedem Berührung zu fragen, passt das jetzt?

00:02:57: Ist es gut?

00:02:58: Darf ich dich quissen?

00:02:59: Nimmt vielleicht auch die Spontanität oder ... viele Frauen wünschen sich auch, dass Männer mal Dominanz zeigen!

00:03:08: Aber gleichzeitig sollen sie genau überspüren, wo die Grenzen sind.

00:03:13: Kennst du das auch, dass teilweise Frauen sehr gegensätzliche Erwartungen

00:03:22: haben an dich?

00:03:34: Ja schon.

00:03:36: Was sind bei dir so die unterschiedlichen Erwartung also diesen wie Frauen eigentlich

00:03:41: haben?

00:03:43: Das was wir als Letztes gesagt hast ist ja irgendwo.

00:03:46: ja es sind das Herausforderungen mit den ich schon zu tun habe.

00:03:52: Also im Prinzip das erstens man ja danach, also ich strebe ja danach dass durch die Gesellschafts angeeigneten Verhaltens die wir jetzt auch mit einer Rolle, eine Männlichkeit oder einen Frauenbild verbinden.

00:04:26: Dass ich das hier auch hinterfragen möchte und somit setzt es ja auch ein Bruch voraus dass ich dem entsprechend auf mein eigenes Bild hinterfrage wie ich mich zu verhalten habe in der Beziehung.

00:04:39: Welches Bild hast du denn von dir, wie du dich verhalten solltest?

00:04:42: Ich rede jetzt mal ganz archetypisch.

00:04:45: Da sind gewisse archetyptische Charakteristiken, die ich mir auch angeeignet habe und da durch mein Aufwachsen, dass der Wert deiner Existenz darauf basiert ist was du für Leistung erbringen kannst und die typische Leistung ist, okay ich verdiene Geld.

00:05:19: Und mit dem Geld versorge ich.

00:05:23: das heißt irgendwo übernehme ich so eine Rolle eines Versorgers um quasi auch wieder Liebe zu vermitteln und demnach aber auch wieder eine Daseinsberechtigung zu erhalten.

00:05:36: Ist das bei dir so, dass du deine Rolle als Mann so empfindest?

00:05:40: Oder ist es etwas womit du groß geworden bist durch deine

00:05:43: Eltern.

00:05:43: Ja, eher das Zweite.

00:05:45: Durch eher die

00:05:46: Eltern und ich aber merke, dass sich da auch an meine Grenzen kommen.

00:05:50: Auch persönlich, also da nicht ganz zustimme weil ich auch glaube ich in Naturälen auch dann mich so sehe.

00:05:58: Aber ich merke trotzdem ist da irgendwas etwas tiefer ankürt und somit ist es immer mit ein bisschen Scham verbunden wenn nicht diesen Statuskur oder ich weiß, dieses Bild eines Mannes auch gerecht werde.

00:06:17: Ja.

00:06:17: Irgendwo ist es dann auch trotzdem mit ein bisschen Scham verbunden.

00:06:21: Interessant!

00:06:23: Oder diese Charakteristik Dominanz irgendwie auch gezeigt, dass man was man mit einer männlichen Eigenschaft verbindet, das so dieses Dominanz Und auch so ein bisschen, ich glaube Dominanz heißt auch so'n bisschen.

00:06:41: das beinhaltet tatsächlich.

00:06:45: Es ist ein Gewaltakt.

00:06:47: Gewalt heisst dass du etwas machst, entscheidest und somit etwas auch dein Unfeld verformst!

00:06:57: Grundsätzlich meine ich mit Dominanz.

00:06:59: Finde ich jetzt interessant, für mich hat Dominanz eine sehr positive Konnotation also auch Macht und Dominanz, Dominanz heißt für mich erstmal mich selbst zu spüren stabil zu sein.

00:07:12: das ist für mich Dominanz.

00:07:15: ja heißt erst mal nicht dass man irgendwas vielleicht dass man etwas beeinflusst, doch hast du schon auch recht.

00:07:25: Für mich ist es ... Ich sehe sowieso für mich sind's Menschen ja?

00:07:29: Ich mag... ich bin selbst sehr dominant, weil ich gemerkt habe also für mich ist das nicht eine typisch männliche Eigenschaft.

00:07:37: aber interessanterweise wünschen sich viele Frauen von Männern diese Eigenschaften.

00:07:43: Ich kann es gar nicht so nachvollziehen.

00:07:45: bei mir war es oft umgekehrt dass ich gerne den Ton angegeben habe und es gibt auch wenn er die finden das ganz toll Ist es, dass viele Frauen mit denen ich auch zu tun habe.

00:08:01: Auch gerade in der Sexualität ihre Lust lieber den Mann überlassen.

00:08:05: Der wird's schon richten.

00:08:07: Kennst du das?

00:08:08: Ja ja, da ist eine gewisse Unterordnung oder eine Unterwürfigkeit und dann ein Gelenk werden oder etwas Reaktionäres von etwas was er eher initiiert.

00:08:20: Und das meinte ich mit einem Gewaltakt, also mit Gewalt.

00:08:24: Also dass man irgendwo Offensivität... Man ist offensiv, man initiiert und das hat dann einen Effekt auf deinem Umfeld.

00:08:34: Man reagiert deinen Umfeld irgendwie drauf so und diese Eigenschaft an sich merke ich es ja oft.

00:08:43: Irgendwie also ziehe man mit einer männlichen Eigenschaft.

00:08:47: Menschen haben diese Feminine und diese maskuline Eigenschaft beides.

00:08:52: Und manche sind mehr ausgeprägt als andere, wir haben das jetzt irgendwie ein Wort gegeben.

00:08:56: Feminin-Masculinen ist ja auch interessant warum man das halt so macht.

00:09:00: Warum dieses typisch maskulinär, dieses dominantere ist?

00:09:04: Das aktive und das feminine Erd ist passivere aber eher das fürsorgliche Harmonie.

00:09:12: Und männlich ist er das Gegenteil Dass ich.

00:09:19: irgendwo sieht man, dass ja auch so vielen Ebenen dieser Archetypen auf Menschen bezogen.

00:09:26: Aber auch was wir also ziehen wie auch mit Objekten.

00:09:32: Stecksysteme ist ja auch doch irgendwie ein männliches Stecksystem und freut mich, weil es ist irgendwie interessant, wie wir diese Archetypem auch auf gewisse Prinzipchen wieder leisten oder auch in der Natur.

00:09:44: wenn das dann um weiß nicht dass das Bestäuben, dieses System des Bestäubens auch in der Natur zwischen den Pflanzen wieder auch wieder so Männlichkeit und Feminine- und Maskulierende Eigenschaften genutzt werden um sich diese Prinzipien zu erklären.

00:10:06: Das ist ja, sehen wir auf allen Ebenen unserer Sprache wie wir denken von selbstbezogen Und das irgendwie aufzubrechen.

00:10:19: Ja, es ist halt schwierig und irgendwann verspürt man auch so eine komische existenzielle Krise wieder.

00:10:28: Du hast eben was sehr ehrliches und berühmtes gesagt!

00:10:33: Ganz tief in dir gibt es dieses Bild, der Mann sollte das Geld verdienen und der Versorger sein.

00:10:39: Auch wenn du vom Kopf dem nicht entsprichst ... Du bist ja auch Künstler!

00:10:43: Du hast alle möglichen Ideen wie du dein Leben leben möchtest.

00:10:47: aber trotzdem hast du gesagt irgendwo ist auch Scham, wenn ich diese Rolle nicht entspreche Und das finde ich sehr spannend Obwohl der Kopf eigentlich weiß dass das etwas ist was du vielleicht von deinen Eltern.

00:11:00: deine Eltern haben so gelebt.

00:11:02: Du willst es eigentlich gar nicht, aber trotzdem bist du irgendwo noch beeinflusst

00:11:07: davon.

00:11:07: Ja ich meine die sind auch in den Medien, das ist ja auch... ...spielen auch eine große Rolle.

00:11:14: und was ist deine Frage

00:11:22: jetzt am Ende?

00:11:24: Die Frage ist diese Gegensätze, die man spürt Einerseits das Gefühl hat, eigentlich sollte jeder gleich sein.

00:11:35: Aber trotzdem ... Das Wort Scham fand ich interessant.

00:11:39: Dass du, obwohl du ja nun ein sehr ... toleranter offener Mensch bist und offener Mann bist, dass da aber trotzdem in dir noch einen Teil ist, der denkt vielleicht was nicht gut genug zu sein oder irgendwas?

00:11:55: Weil du diese Rolle nicht erfüllen kannst!

00:11:58: Ja.

00:11:58: Und das meine ich... Gerade an Männer heutzutage sehr viele unterschiedliche Forderungen kommen.

00:12:06: Und ich hab das Gefühl, dass Männer teilweise in der Krise sind und gar nicht mehr genau wissen, was soll ich denn jetzt machen?

00:12:12: Ich habe auch das Gefühl gerade im Datingbereich, dass Männer und Frauen gar nicht zusammenkommen, weil sie irgendwie ... Die Männer meinen, die Frauen sind zu kompliziert mit ihren Ansprüchen.

00:12:23: Wie sie das haben?

00:12:26: Hast du das Gefühl, dass Männer und Frauen mehr ein Problem haben, dass sie sich im Moment vielleicht gar nicht mehr so verstehen?

00:12:35: Ich persönlich

00:12:35: habe mir das Problem nicht.

00:12:36: Also auch mein Umfeld

00:12:39: nichts.

00:12:40: Ja, ich wurde nie so wirklich damit konfrontiert.

00:12:44: Natürlich im Alltag wird man so ein bisschen damit konfrontiert.

00:12:47: Ich kenne es natürlich auch wenn man da gerade so ... sozialen Dynamiken reinfällt, ob man jetzt Nightlife ausgeht.

00:12:57: Neue Menschen kennenlernt und feiern geht.

00:13:00: Sprechst du die Frauen an oder sprechen sie dich an?

00:13:03: Wenn du grad mal Single warst...

00:13:11: Ich bin generell her zurückhaltend.

00:13:15: Das war ich auch schon vor dem ganzen Diskurs so Ob es jetzt bei Männern oder Frauen war, aber natürlich ist da eine gewisse sexuelle Attraktionskonzentration dann zwischen meiner... Ich habe ja eine gewissen sexuelle Identität.

00:13:32: Wenn wir nur auf die Sexualität eingelassen, verspüre ich natürlich eine sexuelle Zuneigung von Frauen gegenüber.

00:13:44: Eine Attraktion für ne beiden Stadtmänner und Frau.

00:13:47: Aber diese sexuelle Kontaktion ist natürlich stärker bei Frauen.

00:13:54: Dadurch, wenn ich jetzt irgendwie unterwegs bin und dann auch an Menschen kennenlerne, merke ich, dass ich natürlich weniger Hemmungen habe, wenn Ich damit Männern rede als wenn ich damit Frauen rede, bin ich da schon ein bisschen vorsichtiger.

00:14:13: Vielleicht eher zurückhaltender was dann vielleicht darauf auch zurückführt.

00:14:16: das Selbst wenn ich dann Interesse habe, ist nicht unbedingt zu eigen.

00:14:23: Aus Angst vor Zurückweisung oder Angst davor Grenzen zu überschreiten?

00:14:27: Beides!

00:14:28: Ja weil das glaube ich auch etwas.

00:14:30: Ich meine Mitu ist wunderbar aber ich glaube es hat auch dazu geführt dass Männer vielleicht jetzt noch mehr Angst haben vielleicht eine Grenzüberschreitung zu machen.

00:14:42: ja also ich meine auf jeden Fall auch das zu vermitteln, dass man sich das gerade sexuell angezogen fühlt.

00:14:50: Ich glaube, es wird jetzt wesentlich nuranzierter bzw.

00:14:53: spielt dann auch beim Kennenlernen oder sowas erstmal nicht so die erste... wie soll ich sagen?

00:15:00: Es ist jetzt nicht das Erste was man irgendwie so vermittelt und vielleicht lernen... Das war sowieso bei mir, wenn ich wirklich persönlich bei mir bleibe und jetzt nicht über alle Männer rede Hat es aber nie ... war ich nie derjenige, der das als erstes ... indem meine Intention war, dass ich das erstmal vermitteln möchte.

00:15:32: Der anderen Person gegenüber.

00:15:36: Du warst immer mehr schon am Menschen interessiert?

00:15:38: Genau!

00:15:39: Das war meiner Art, mich zu verbinden.

00:15:41: Deinerartig zu verbünden

00:15:42: und dann kommt

00:15:43: diese Aktion gekommen.

00:15:44: Genau.

00:15:44: Und die ergibt sich dann ein, also da ist es war's nicht so das Thema.

00:15:51: darf ich dir jetzt näher kommen, darf ich dich küssen?

00:15:53: Sondern es hat sich einfach ergeben.

00:15:57: Also das wäre eigentlich auch glaube ich so.

00:16:00: das Organische ja aber ich erlebe es immer wieder dass Männer eben sich das auch gar nicht mit vielleicht zutrauen das zu spüren dass sie vielleicht auch wirklich zu sehr im Kopf sind und das gar nicht mehr wissen, wann ist denn jetzt der Zeitpunkt, wo ich sie vielleicht berühren darf oder nicht?

00:16:17: Das war für dich jetzt nicht so das Thema.

00:16:19: Aber ich glaube, für viele Männer ist es das Thema, dass sie einfach verwirrt sind, dass Sie gar nicht wissen ... auch Angst.

00:16:29: Im Gegenteil vieles ist ja auch strafbar geworden was gut ist über Griffe sollten strafba sein aber die Angst etwas zu tun Was einem hinterher vorgeworfen werden kann, war der Sex jetzt einvernehmlich oder war er nicht.

00:16:45: Ich glaube das ... ja, dass so eine Angst auch da ist.

00:16:51: Vielleicht ist es bei dir nicht so aber wenn du dich mit an Freunden unterhältst, ist das ein Thema?

00:16:58: Ähm ... weniger!

00:17:06: Warum weniger weiß ich nicht.

00:17:07: also...

00:17:08: Die sind alle so sensibel wie du.

00:17:14: Das ist jetzt nicht mit einem Leidensdruck verbunden, zumindest meinem männlichen Freundeskreis.

00:17:24: Aber trotzdem spielt sich das sicherlich auch auf zwischenmesslichen Beziehungen aus in Beziehung von Pan und so weiter.

00:17:34: Auch wenn es Thema Sex ist habe ich das ja auch selber erlebt bei mir persönlich.

00:17:42: Es wird anders, glaube ich, thematisiert auch unter meinem Freundeskreis.

00:17:48: Wie meinst du das?

00:17:49: Du hast es schon in der Sexualität...

00:17:57: Die Sache ist, ich bin ja auch eher reaktionär grundsätzlich Ich gebe auf Platz und nehme mich ein bisschen zurück Das wird geschätzt.

00:18:11: Aber es hat noch eine Kehrseite, weil man ab und zu sich auch eine Dominanz wünscht.

00:18:17: Das Interessante ist ja, ich wünsche mir das ja... Also irgendwo wünschen sich beide

00:18:21: Parteien?

00:18:22: Ja!

00:18:23: Und wenn man jetzt ne Beziehung aufbaut und ne Person kennt die auch reaktionär

00:18:30: ist

00:18:31: und beide so ein bisschen reaktional sind aber sie vielleicht von einer Person eine Dominance wünschten

00:18:36: dann bleiben wir so ein wenig hängen.

00:18:38: Und

00:18:40: dann muss das erst mal ausgesprochen werden, glaube ich.

00:18:42: Weil durch Körperspause ist passiert da erstmal nichts und sicherlich haben beide trotzdem ein inneres Bedürfnis etwas zu initiieren.

00:18:54: aber vielleicht sind es einfach mit eigenen persönlichen Hemmungen verbunden.

00:18:58: und okay und wenn man das jetzt nochmal abgleicht mit den archetypischen Männlichkeit ein feministischen Bild, ein maskulierend feministischem Bild und wie auch da eine Beziehungsdynamik abläuft.

00:19:15: Ich denke jetzt auch so wie es einfach uns vorgelebt wird, so wie wir's bis jetzt im Stand kennen und aus der Vergangenheit in Form von... Auch was die Medien das darstellen, Filme Musikvideos.

00:19:30: Da wird ja etwas präsentiert und vorgelegt Pornografie spielt, das ist eine riesengroße Industrie und irgendwo verschwimmt es auch alles.

00:19:43: So dass was irgendwie aufgegriffen wird in der Pornoindustrie und gleichzeitig wie aber auch Sexualität dargestellt wird in den Filmen und teilweise auch wie in der Musikkultur.

00:19:57: Alles was irgendwie wir visuell wahrnehmen, und auch im Marketing, in Werbungen

00:20:01: usw.,

00:20:02: irgendwo sind ja überall so heiche Typen Und ich glaube da gibt es halt noch immer noch dieses gesellschaftliche Bild Auch wenn es um Sexualität geht dass der Mann irgendwie initiiert und dominiert und die Frau diese Dominanz genießt.

00:20:22: Das denke ich auch, dass das immer noch ganz stark in den Köpfen ist.

00:20:25: Es ist

00:20:26: noch sehr stark und... Ich glaube selbst wenn man das... Und das habe ich auf meinen Beziehungen gemerkt, dass irgendwo ist man sich dem bewusst und man möchte dem... Ist ganz komisch!

00:20:38: Man ist sich dem gewusst und man will das aber auch irgendwie brechen.

00:20:42: Aber dadurch, dass man so geprägt ist hat man eine komische Erwartungshaltung immer noch.

00:20:47: Ja, das meine ich.

00:20:49: Diese sehr subtile ...

00:20:51: Irgendwo ist immer auch diese Erwartungshalter.

00:20:53: Richtig!

00:20:54: Danke dir.

00:20:55: Das ist genau das.

00:20:56: Wir wissen es im Kopf eigentlich, dass es ja was Altes sind wir gar nicht.

00:21:01: Aber trotzdem steckt ein Teil noch in vielen Menschen drin?

00:21:05: Das ist eben doch erwarten der Mannzahl.

00:21:08: Der Mann ist ein bisschen aktiver im Bett von dem geht die Initiative aus.

00:21:15: Ich glaube, viele Frauen haben das in... oder auch Männer haben es irgendwie in sich so abgespeichert.

00:21:23: Ja

00:21:25: und Reden hilft tatsächlich am

00:21:30: Ende auch viel kommunizieren.

00:21:32: Wann ist Kommunikation interessant?

00:21:34: Es ist wichtig

00:21:35: dass man darüber auch

00:21:36: redet

00:21:37: über die Erwartungshaltung, die man hat ganz unabhängig ob das die Bedürfnisse sind aber dass man erstmal die anerkennt, dass man eine Erwartungshaltung hat Ja.

00:21:47: Die kann man ja noch mal ändern, aber da sind halt immer immer gewisse Erwartungshaltungen und die einfach anzuerkennen.

00:21:56: in Worten fassen zu können ist wichtig um das daran so ein empathischem Gleichungsprozess entsteht zwischen der Person mit der man gerade vielleicht eine gewisse intime Erfahrung macht ob es sexuell ist oder was auch immer eine emotionale Erfahrung oder... und sich dann so mit angleichen oder halt zumindest die andere Person auch dadurch versteht, durch so ein Kanal wie eine Ball kommunizieren.

00:22:27: Weil bei Körperlichkeiten da wird es ja schon wieder schwierig, weil da können wieder Grenzen überschritten werden nicht?

00:22:32: Genau!

00:22:33: Und ist das halt implizierter als körperliche?

00:22:38: Es ist mit sehr viel Uhrvertrauen irgendwie

00:22:39: verbunden.

00:22:41: Ich persönlich finde das wichtig.

00:22:43: Also so mache ich es ja auch in meinen Tantrakursen, indem man ganz bewusst darüber redet was man jetzt miteinander ausprobiert.

00:22:51: Ja also reden find ich super dass du das gesagt hast aber wirklich miteinander eben auch experimentieren.

00:22:58: Man sagt okay fünfzehn Minuten lang sagst du was ich tun soll?

00:23:04: Egal was willst du am Abend werden willst dass ich dich hier oder da küsse dass ich nackt vor dir ein Tanz mache.

00:23:13: Fünfzehn Minuten bist du dominant und dann werden die Rollen geändert, ja?

00:23:20: So das jeder einfach mal wie in einem experimentellen Spiel einfach mal eine Rolle ausprobieren kann und dann darüber auch reden.

00:23:29: wie fühle ich mich in dieser Rolle wo sie meine Grenzen?

00:23:33: ja und ich glaube

00:23:34: auch je

00:23:34: mehr man irgendetwas ausprobiert, dass du sicherer wird man vielleicht auch in der neuen Rolle und damit erweitern wir ja auch unseren Horizont.

00:23:42: Denn immer nur in einer Rolle zu sein ist ja auch langweilig oder?

00:23:46: Ja total.

00:23:47: Ich meine es ist auch mit viel Angst verbunden auch zu sagen okay ich gebe mir jetzt den Raum um einfach mal das zu sagen was mich im Kopf... Was im Kopf ist oder was für eine Dürfnisse.

00:23:57: ich habe so ohne die Angst zu haben dass sich gleich verurteilt werde.

00:24:02: Das kommt auch hinzu.

00:24:04: Da braucht man ja extrem viel Vertrauen, eine Zärtlichkeit und irgendwie ... Man macht sich wohl in der Rabe!

00:24:13: Ja?

00:24:14: Und...ja es ist richtig, jetzt haben wir die vierundzwanzig Minuten.

00:24:20: Ich glaube das ist kein Abschlusssatz.

00:24:25: Nein nein, alles gut!

00:24:26: Wir reden so lange bis wir ein Ende gefunden haben.

00:24:30: Ja, also reden ist wahrscheinlich wirklich so der Schlüssel und was du jetzt gesagt hast auch ganz spannend.

00:24:39: Selbst wenn wir uns erlauben, wenn wir es ausmachen, jetzt fünfzehn Minuten lang sage ich dir, was du nun tun sollst, ist oft schon die innere Zensur dass man denkt Wenn ich das jetzt sage, vielleicht langweilt sich der andere, will es vielleicht nicht.

00:24:55: Dass man sich da auch schon wieder Gedanken macht.

00:24:58: Ja, dann fängt zu filtern und

00:24:59: was für Aussicht.

00:25:00: Genau!

00:25:01: Und deshalb die Eingladung ist einfach mal auszuprobieren.

00:25:07: Der Andere kann ja auch immer sagen nein.

00:25:09: Das heißt wir übernehmen ja oft schon durch unseren Filter eine Verantwortung Das anderen und das brauchen wir gar nicht.

00:25:17: Wir sagen, was wir machen wollen oder was der andere machen soll aber der Andere hat jederzeit das Recht zu sagen, das passt jetzt nicht für mich!

00:25:25: Und ich glaube wenn man das verinnerlicht dass wir nicht die Verantwortung haben mag der andere das mag es nicht sollte und darf es sagen, was er machen mag.

00:25:39: Und ich glaube damit sind wir auch schon einen richtigen Schritt weiter mit den Erwartungen umzugehen die jeder

00:25:46: hat.

00:25:49: Also ich glaube das ist ein Thema spannend.

00:25:51: da können wir noch ganz lange drüber reden.

00:25:55: Ich finde das so toll und so lieb dass du so ehrlich und authentisch sprichst mit mir und ich hoffe wir konnten einfach ein bisschen Ja, das Kopfkino anregen und euch ein paar Anregungen geben über Themen die einfach im Moment wichtige Themen sind.

00:26:14: Die viele Menschen betreffen.

00:26:18: Ganz lieben Dank!

00:26:19: Und ich danke euch fürs Zuschauen.

00:26:22: und bis zum nächsten Mal!

00:26:24: Tschüss!

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